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WIE WIRKT AKUPUNKTUR?

Lokale Wirkungen:

-Erhöhung der Gewebsdurchblutung: Ausschüttung von vasoaktiven Neuropeptiden führen zu einer erhöhten Durchblutung in der Umgebung der Nadel (Bildung eines roten Hofs um die Einstichstelle).

-Antiinflammatorische Effekte: Durch die Nadelung und die damit verbundene Mikrotraumatisierung des Gewebes werden Gewebehormone ausgeschüttet, die einen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekt haben.

-Auflösung muskulärer Triggerpunkte: Der Muskel entspannt sich durch die Stimulation der motorischen Endplatte in einem verhärteten Muskelstrang.

Segmentale Wirkungen:

-Hemmung von Schmerzimpulsen im Rückenmark: Die Stimulation einer nicht schmerzhaften Stelle lenkt von der schmerzhaften Stelle ab und hat über verschiedene Mechanismen sogar Einfluss auf das «Schmerzgedächnis».

-Somatoviszeraler Reflexbogen: Erkrankungen der inneren Organe können zu Veränderungen der Hautdurchblutung führen. Umgekehrt können die inneren Organe durch Reize auf der Haut beeinflusst werden. Dies ist ein wesentlicher Wirkmechanismus der Akupunkturtherapie viszeraler Störungen. So konnte z.B. bei der Behandlung von infertilen Frauen gezeigt werden, dass sich im Rahmen einer Akupunkturtherapie die Durchblutung des Uterus nachweislich verbessert hat.

Systemische Wirkungen:

-Stressanalgesie: Bei Verwendung von hohen Reizstärken sorgt die Stressanalgesie u.a. durch kurzfristige Ausschüttung von Endorphinen für eine Schmerzlinderung. Der Circulus vitiosus (Schädlicher Kreis, Teufelskreis) aus Schmerz, muskulärer Verspannung und reflektorischen Blockaden kann unterbrochen werden.

-Adaptive Mechanismen

Durch Modulation von Hormonen, aber auch durch plastische Effekte im Gehirn, kann das Schmerzgedächnis beeinflusst werden (z.B.  bei chronischen Lumboischalgien, chronischen Spannungskopfschmerzen oder Migräne).

-vegetative Wirkung: Aus psychophysiologischer Sicht stellt die Akupunktur zunächst einen Stressor für den Patienten dar. Nach dieser Stressphase stellt sich eine Entspannungsphase ein welches das entspannte Gefühl nach der Akupunktur möglicherweise erklärt. Dies kann auch zu einer langfristigen Reduktion von Spannungszuständen im Nervensystem beitragen. 

Psychische Aspekte:

-Das Erlebnis einer psychovegetativen Entspannung wird während der Akupunkturtherapie erlernt, so, wie es auch bei einem Autogenen Training, bei progressiver Muskelentspannung oder bei der Meditation geübt wird.

- Dekonditionierung: Oft geht der physische Schmerz mit negativen Emotionen (z.B. Angst) einher. Diese Verknüpfung kann mittels Akupunktur beeinflusst werden, mit dem Ziel, das Schmerzerlebnis positiv zu verändern.



Diese Informationen sind zusammengestellt auf der Grundlage von Focks, Claudia (2010): Leitfaden Chinesische Medizin. 6. Auflage; München: Urban & Fischer.